Archiv der Kategorie: Übersetzungen

MERIAN Kopenhagen

Das Schöne am Übersetzen aus dem Dänischen ist ja, dass vieles in greifbarer Nähe ist – die AutorInnen zum Beispiel, aber auch die Schauplätze. Und dass der dänische Staat sich die Kulturförderung einiges kosten lässt. Zum Beispiel, indem regelmäßig ÜbersetzerInnen aus dem Dänischen aus der ganzen Welt nach Dänemark eingeladen werden. Wir werden regelrecht hofiert und als BotschafterInnen des Dänischen in der Welt behandelt.

So habe ich inzwischen an einer „Sommerschule“ und mehreren „Übersetzertagen“ teilnehmen dürfen. Die „Übersetzertage“ finden immer zur Kopenhagener Buchmesse BogForum im Herbst statt und beinhalten nicht nur den Besuch der Messe, sondern auch ein Rahmenprogramm. Teil dieses Rahmenprogramms war es vor ein paar Jahren, dem Krimiautor Jesper Stein durch den Stadtteil Nørrebro zu folgen, in dem seine Bücher hauptsächlich spielen.

Und so passte es dann ganz hervorragend, als Ende 2017 aus der MERIAN-Redaktion die Anfrage kam, ob ich für das Kopenhagen-Heft (Mai 2018) einen Text von Jesper Stein über „sein“ Nørrebro übersetzen wollte. Beim Lesen des Textes war ich wie zurückversetzt zu dem Rundgang mit knapp sechzig Menschen aus China, Frankreich, Großbritannien, Italien, Russland usw., die teilweise genau die besichtigten Ecken bereits in Jesper Steins Beschreibungen auf dem Bildschirm gehabt und in ihre eigene Sprache übertragen hatten. Der für MERIAN beschriebene Spaziergang durch Nørrebro folgte weitgehend derselben Route, die der Autor uns 2014 angedeihen ließ.

Ein sehr schöner Rundgang, ein sehr schöner Text und ein sehr schönes, informatives MERIAN-Heft.

Tolle Übersetzung. Und dank dir auch für die Kommentare. Alles super so.

Inka Schmeling, Ressortleiterin Wissen, Redaktion MERIAN

Alternativtext
Jesper Stein (Mitte) sowie zwei Übersetzer vor der „Granitskulptur zweier in ein ernstes Gespräch vertiefter junger Menschen“ auf der Nørrebro-Seite der Dronning Louises Bro. (06.11.2014)

 

MERIAN Kopenhagen (Heft 05/18)
Jahreszeiten Verlag
Erschienen am 26.04.2018
132 Seiten, € 8,95
ISBN 978-3834226792

Darin (S. 34-41): Jesper Stein, „Leben und leben lassen in Nørrebro“. Übersetzt von Marieke Heimburger.

 

Datenschutzhinweis:
Wenn Sie einen Kommentar hinterlassen, werden Ihr Name, Ihre E-Mail- und Ihre IP-Adresse auf passwortgeschützten Geräten mit Backup in passwortgeschützten Cloud-Diensten gespeichert. Diese Daten werden nicht an Dritte weitergegeben.

Gemeinsam sind wir einzig

Über zwei Jahre sind vergangen, seit zuletzt eine Übersetzung von mir aus dem Dänischen erschienen ist. Und ungefähr zwei Jahre hat es von der Anfrage bis zum Erscheinen gedauert – damit gehört Gemeinsam sind wir einzig zu den eher gemütlichen Projekten der letzten Jahre. Gemeinsam sind wir einzig weiterlesen

Zwanzig Zeilen Liebe als Taschenbuch

Es ist auch nach fast zwanzig Jahren im Geschäft immer wieder ein tolles Gefühl, das fertige Produkt der eigenen Arbeit in Händen zu halten, wenn die Pakete oder Päckchen mit den Belegexemplaren eintrudeln. Pakete kommen bei Ersterscheinen, Päckchen bei Neuauflagen. Zwanzig Zeilen Liebe als Taschenbuch weiterlesen

The Chemist – Die Spezialistin

Stephenie Meyer, die Autorin der weltbekannten Twilight-Serie für Jugendliche, wechselt das Genre und legt ihren ersten Thriller für Erwachsene vor. Die Übersetzung dieses Titels gehört in mein persönliches Guinness-Buch der Rekorde: Zwischen erster Anfrage und Abgabe von 360 übersetzten Seiten lag kein ganzer Monat …

Aus heiterem Himmel erreichte mich am 10. August um die Mittagszeit eine E-Mail meiner Kollegin Andrea Fischer mit der Frage, ob ich Zeit und Lust hätte und mir vorstellen könnte, mit ihr zusammen für die Fischerverlage 511 Seiten Thriller aus dem Amerikanischen zu übersetzen – sofort und bis Anfang September. „Top-Autor, der Name ist noch geheim.“ The Chemist – Die Spezialistin weiterlesen

Moskau um Mitternacht

„[…] Sally McGranes fantastisches Debüt […] Moskau um Mitternacht ist eine von Randbemerkungen und Beobachtungen volle Liebeserklärung an den Wahnsinn namens Russland im Allgemeinen und Moskau im Besonderen. […] Und wenn es dann vorbei ist, einem der Kopf noch dröhnt von dem ganzen Wodka, den Max in sich hineingekippt hat, wacht man auf aus diesem irren Traum von Buch wie der verstrahlte Max am Pool des Moskauer Ganzkörperfitnessstudios Lermontov, für dessen Erfindung allein man Sally McGrane zu Füßen liegen muss. Denkt, was war das denn gerade? Mixt sich einen White Russian. Und fängt von vorne an.“ Moskau um Mitternacht weiterlesen

Hieronymustag 2015 in Flensburg

Der Heilige Hieronymus (347-420) übersetzte die Bibel aus dem Altgriechischen ins Lateinische und schuf damit die Vulgata, die lange Zeit maßgebliche Bibelübersetzung der katholischen Kirche. Hieronymus ist also quasi der Urvater und darum der Schutzpatron der ÜbersetzerInnen. Sein Gedenktag ist der 30.9. – und darum feiern wir an diesem Tag den Internationalen Übersetzertag und nennen ihn „Hieronymustag“.

LiteraturübersetzerInnen in ganz Deutschland haben in den letzten Jahren immer wieder rund um diesen Tag meist in der Nähe ihres Wohnortes Veranstaltungen angeboten, bei denen sie einen Einblick in ihre Arbeit – und ihr Schattendasein – gewährten. Der Verein Weltlesebühne e. V., 2009 gegründet von LiteraturübersetzerInnen mit dem Ziel, die Arbeit dieses Berufsstandes sichtbarer zu machen, Hieronymustag 2015 in Flensburg weiterlesen

Takeover – Und sie dankte den Göttern

Ein neuer Adler-Olsen! – Nein, ein alter Adler-Olsen …

Jussi Adler-Olsen hatte, bevor er 2007 mit der Sonderdezernat-Q-Reihe rund um den Ermittler Carl Mørck anfing und damit einen riesigen Erfolg landete, drei internationale Thriller geschrieben: Alfabethuset (1997), Firmaknuseren (2003 – 2008 neu erschienen unter dem Titel Og hun takkede guderne) und Washington-Dekretet (2006).

Auf dem deutschen Markt startete Jussi Adler-Olsen aber mit der Sonderdezernat-Q-Reihe. Der erste Band, Kvinden i buret (2007), erschien im Herbst 2009 Takeover – Und sie dankte den Göttern weiterlesen

Der Pfad des Todes …

… ist die ausnahmweise mal direkte Titelübersetzung des Krimis Dødesporet der dänischen Erfolgs-Krimiautorin Sara Blædel. Heute brachte die Post mir einen Haufen Belegexemplare.

IMG_20150918_191933

Der Pfad des Todes ist der achte Krimi einer neun Bände umfassenden Serie rund um die Ermittlerin Louise Rick. Es ist nach Die vergessenen Mädchen der zweite, der in meiner Übersetzung beim Piper-Verlag erschienen ist. (Band 1 bis 5 hatte Bastei Lübbe in der Übersetzung von Thomas Alms herausgebracht.) Der Pfad des Todes … weiterlesen